Die Marktstrasse im Karolinenviertel in Hamburg von der Kreuzung Karolinenstraße und Vor dem Holstentor aus gesehen. Im Vordergrund ist der Karolinenplatz zu erkennen.

 

 

Das Quartier verläuft im Süden entlang der Feldstrasse. In östliche Richtung erstreckt es es sich bis zur Karolinenstrasse. Im Westen grenzt das Gebiet an die Marktstrasse, die Laeiszstrasse und die Grabenstrasse. Nach Norden dehnt es sich bis zur Vorwerkstrasse, der Grabenstrasse und der Flora-Neumann-Strasse aus.

 

Auch wenn es nach außen hin oftmals diesen Eindruck vermittelt, so ist das Karoviertel kein eigener Stadtteil sondern ein Quartier innerhalb von St. Pauli. Es erstreckt sich über eine Fläche von 31 Hektar.

 

Eingebettet zwischen dem Schanzenviertel im Westen und dem Gelände der Hamburg Messe im Osten, liegt das idyllische und beschauliche Viertel abseits der Hektik und des Stresses in den angrenzenden, touristisch überlaufenen Gegenden wie der Reeperbahn.

 

Zu allen Seiten von mächtigen, hoch aufragenden Aussenfassaden aus wilhelminischer Zeit umgeben, ist es abgeschirmt vom Strassenlärm des ständigen Berufs- und Durchgangsverkehrs auf der Schanzenstrasse, der Feldstrasse und der Karolinenstrasse.

 

Aufgrund seiner privilegierten Insellage blieb es seit der Gründerzeit bis heute fast vollkommen von städtebaulichen Veränderungen verschont.

 

Fernab des lauten und hektischen Großstadtlebens in der Elbmetropole konnte das Quartier seinen dörflichen Charakter und seinen gemütlichen, ganz eigentümlichen Charme bis heute bewahren.

 

Das heutige Erscheinungsbild des Karolinenviertels geht überwiegend auf das späte 19. Jahrhundert zurück. Bedingt durch das schnelle Bevölkerungswachstum und den wirtschaftlichen Aufschwung während der Gründerzeit begann hier in den 1860er Jahren und in den 1870er Jahren ein regelrechter Bauboom.

 

Bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts entstanden hier auf engstem Raum viele Wohnhäuser und zahlreiche Gewerbe- und Industriebetriebe.

 

 

Nach außen hin wird die Architektur des Quartiers von großzügigen, mehrstöckigen Altbauten im wilhelminischen Stil beherrscht.

 

Hinter der repräsentativen Kulisse der bürgerlichen Etagenhäuser ist das Stadtbild des Viertels aber auch von Wohnterrassen und Passagen geprägt, die für Arbeiterfamilien gebaut wurden.

 

Das Zentrum der Quartiers bildet die Marktstrasse.

 

Das Viertel verdankt seinem Namen dem Kohlekraftwerk „Karoline“ der Hamburger Elektrizitätswerke (HEW), das in den Jahren von 1894 bis 1895 an der Einmündung der Grabenstraße in die Karolinenstraße nach den Plänen des deutschen Ingenieurs und Architekten Albert Winkler (1854 – 1901) errichtet wurde. Das technisch veraltete und stark umweltbelastende Heizkraftwerk wurde im Jahre 1988 abgeschaltet und zum größten Teil abgerissen.

 

Seit Anfang der 1950er Jahre gab es immer wieder Überlegungen, das Karoviertel für eine Messeerweiterung in Richtung Süden vollständig abzureissen. Diese Pläne wurden aber bis heute nicht in die Realität umgesetzt.

 

Da dem Quartier über mehrere Jahrzehnte hinweg als möglichem Messerweiterungsgebiet der vollständige Abbruch drohte, wurden seine Häuser seit den 1950er Jahren baulich nur noch notdürftig instandgehalten und kaum noch renoviert. Die Gebäude wurden vernachlässigt und waren über Jahrzehnte hinweg dem Verfall preisgegeben.

 

Die marode Bausubstanz und die zunehmende Verarmung vieler Anwohner hatten eine starke Veränderung der früheren, eher homogenen Bevölkerungsstruktur im Viertel zur Folge. Viele der alteingesessenen Anwohner und zahlreiche Gewerbebetriebe zogen fort.

 

Die niedrigen Mieten und der Leerstand vieler Wohnungen hatten den Zuzug vieler Bürger mit einem geringeren Einkommen zur Folge. Diese neuen Mieter setzten sich überwiegend aus Arbeitslosen, Sozialhilfeempfängern, Studenten, Schülern und Arbeits-Migranten aus Süd- und Südosteuropa, der Türkei und den Mittelmeerländern zusammen.

 

 

Am 26. April 1988 wurde das Karolinenviertel vom Hamburger Senat förmlich als Sanierungsgebiet festgelegt.

 

Im Jahre 1989 begannen umfangreiche Sanierungsarbeiten an insgesamt 1100 Gebäuden in dem Quartier. Die Renovierungsmaßnahmen werden von der 1989 gegründeten Stadterneuerungs- und Stadtentwicklungsgesellschaftgesellschaft Hamburg mbH (STEG) durchgeführt, welche diese Häuser treuhänderisch verwaltet, und sollen voraussichtlich im Jahre 2012 abgeschlossen sein.

 

In den darauffolgenden Jahren setzte hier aufgrund von Wohnungs- und Bodenspekulation eine massive Gentrifizierung ein.

 

Viele Immobilien wurden von Spekulanten mit der Absicht aufgekauft, Häuser vollständig abzureissen und die Baugrundstücke teuer weiter zu verkaufen oder Wohnungen aufwendig zu sanieren und teuer weiter zu vermieten.

 

Durch die Aufwertung der historischen Bausubstanz und steigende Mieten begann im Karoviertel eine Verdrängung von vielen alteingesessenen und neu hinzugezogenen Anwohnern.

 

Die Gentrifizierung traf bei den Bewohnern allerdings auf erbitterten Widerstand.

 

Diese wehrten sich in den Jahren von 1987 bis 1994 gegen die Wohnungs- und Bodenspekulation
mit einer Vielzahl von friedlichen und militanten Protestaktionen wie z.B. Demonstrationen und Hausbesetzungen, was polizeiliche Räumungen und gewalttätige Auseinandersetzungen zwischen den Protestierenden und der Polizei zur Folge hatte und dafür sorgte, daß das Viertel über Jahre hinweg bundesweit immer wieder Schlagzeilen machte.

 

Die alteingesessenen und neu hinzugezogenen Bewohner und die Hausbesetzer bildeten die alternative Szene, die Ende der 1980er Jahre im Karolinenviertel entstand und die bis heute das bunte und multikulturelle Flair dieses Quartiers ausmacht.

 

Durch das plötzliche Medieninteresse wurde das Quartier in den späten 1980er Jahren aus seinem jahrzehntelangen Dornröschenschlaf gerissen. Seine Tage als verarmtes und verwahrlostes Hinterhofsviertel waren nun endgültig gezählt.

 

In den darauffolgenden Jahren entwickelte es sich zu einem attraktiven Wohn- und Gewerbegebiet und zu einer trendigen Einkaufsmeile.

 

Heute sind hier zahlreiche Einzelhandelsgeschäfte aus den Bereichen Mode und Fashion, Souvenirs und Geschenkartikel, Wohnaccessoires und Einrichtung, Tabak und Zeitschriften und Musik und Unterhaltung angesiedelt.

 

Die Marktstrasse ist gesäumt von Bars, Restaurants, Cafes, Ateliers und Galerien.

 

Die vielen alternativen, inhabergeführten Modeboutiquen in dem Quartier sind eine Fundgrube für Fashion Victims und ein Paradies für Schnäppchenjäger und laden zu ausgedehnten Shoppingtouren ein.

 

In der Marktstraße und in den umliegenden Seitenstrassen locken trendige Second Hand-Läden mit einer großen Auswahl an hippen und ausgefallenen Klamotten im Retro-Style und im Ethno-Look und mit einem umfangreichen Angebot an Modeaccesoires wie Taschen, Halstüchern, Ledergürteln, Mützen, Hüten, Sonnenbrillen und Schmuck zu günstigen Preisen.

 

Aufgrund seiner optimalen Anbindung an das öffentliche Nahverkehrsnetz der Hansestadt und seiner Nähe zum Schanzenviertel und zur Reeperbahn avancierte das Quartier seit Anfang der 1990er Jahre außerdem zu einem angesagten Ausgehviertel und ist aus dem Hamburger Nachtleben nicht mehr wegzudenken.

 

Update vom 17.08.2019

 

Skurriler Namensstreit im Karolinenviertel: die Betreiber der Yoko Mono Bar wurden von Yoko Ono, der Witwe von Ex-Beatle John Lennon, im Juli 2017 wegen Namensähnlichkeit und Verwechslungsgefahr auf Unterlassung verklagt. Bei Zuwiderhandlung gegen die Unterlassungspflicht drohte ein Strafgeld von bis zu 250.000 Euro

 

Die in der Marktstraße 41 ansässige Kult-Kneipe war bereits im Jahre 2000 von Gesine Judjahn gegründet worden. Seitdem hatte sie sich zu einer festen Größe im quirligen Nachtleben des Karolinenviertels entwickelt. Die Gastronomin betrieb in den Jahren von 1994 bis 1999 u.a. auch noch den legendären Music-Club Molotow und die dazugehörige Meanie Bar auf der Reeperbahn in St. Pauli.

 

Der Rechtsstreit hatte zur Folge, dass die Bar 17 Jahre nach ihrer Gründung ihren Namen ändern musste und ab Donnerstag, dem 13. Juli 2017 nur noch Mono heißen durfte. Aber das war noch nicht das Ende vom Lied: nur 1 Monat später gaben die Betreiber auch noch die endgültige Schließung der Kult-Kneipe bekannt, so das diese am Sonntag, den 13. August 2017 zum letzten Mal ihre Türen öffnete.

 

Der eigentliche Grund für die Schließung waren aber nicht der Namensstreit, sondern geschäftliche Differenzen zwischen den beiden Betreibern Gesine Judjahn und Nima Garous-Pour. Nun ist die bunten Bar- und Kneipenszene im Karolinenviertel um eine Attraktion ärmer.

 

Weiterführende Links:

 

Marktstrasse Karoviertel Hamburg Einkaufen, Shopping

Marktstrasse Karoviertel Hamburg Läden, Geschäfte

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Marktstrasse Karoviertel Hamburg Restaurants, Cafes

Marktstrasse Karoviertel Hamburg Restaurants, Cafes Öffnungszeiten

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