Die Lange Reihe in St. Georg in Hamburg von der Kreuzung Lange Reihe und Schmilinskystrasse aus gesehen.

 

 

Die Einkaufsmeile ist die Hauptstrasse des Stadtteils.

 

Sie beginnt an der Kreuzung Kirchenallee und Lange Reihe und verläuft in nordöstliche Richtung bis hin zur Kreuzung Sechslingspforte und Schwanenwik. Eingebettet zwischen dem Steindamm im Osten und der Strasse An der Alster im Westen, erstreckt sich über eine Länge von insgesamt 1,8 Kilometern.

 

Heute ist sie eine der attraktivsten und bestbesuchten Shopping- und Gastromeilen in der Elbmetropole.

 

Doch das war nicht immer so. St. Georg kann auf eine jahrhundertealte, wechselvolle Geschichte zurückblicken.

 

Über Jahrhunderte hinweg wurde des Viertel von der Hansestadt als Aufnahmeort für soziale Randgruppen, wenig angesehene Berufsgruppen, unerwünschte Einrichtungen und problematische gesellschaftliche Erscheinungen behandelt. Hierhin wurde alles abgeschoben, was innerhalb der Stadtmauern keinen Platz hatte.

 

Erst im Jahre 1868 wurde das Quartier in das Stadtgebiet eingegliedert. Bis zu diesem Zeitpunkt lag St. Georg noch einen Kilometer vor den Toren der Elbmetropole.

 

Das Viertel verdankt seinen Namen dem nach dem Heiligen Georg benannten St. Georg-Hospital, das Graf Adolf III. von Schauenburg und Holstein (1160 – 1225) hier im Jahre 1194 gründete. Der Märtyrer wird als Schutzpatron der Leprakranken und Kreuzfahrer verehrt. Seitdem wurde der heutige Stadtteil als Verbannungsort für Pest- und Leprakranke genutzt.

 

 

Dem Hospital gehörte der Landstreifen zwischen der Straße Koppel und der Außenalster. Hier wurden unerwünschte Gewerbe und Handwerksberufe wie Schweinezüchter, Branntweinbrenner und Prostituierte angesiedelt. Ziegeleien, Abdeckereien, Sägereien, Pulvermühlen, Gerbereien, Viehweiden und -ställe und eine Mülldeponie prägten hier seit dem Mittelalter das Stadtbild.

 

Im Jahre 1554 wurde hier der städtische Galgen aufgestellt. Im Jahre 1564 wurde vor dem Steintor ein Pestfriedhof angelegt. Im Jahre 1681 wurde das Quartier in die Stadtbefestigung einbezogen.

 

Die formale Eingliederung von St. Georg in das Hamburger Stadtgebiet im Jahre 1868 führte hier zu einem regelrechten Bauboom und zu einem rasanten Bevölkerungswachstum.

 

Während der Gründerzeit wurde hier eine Vielzahl von mehrstöckigen Etagenhäusern im wilhelminischen Stil errichtet, deren hoch aufragenden, prunkvoll dekorierten Aussenfassaden noch heute die Lange Reihe zu beiden Seiten umgeben.

 

Die Eröffnung des Hamburg Hauptbahnhof im Jahre 1906 führte zum Bau von zahlreichen Hotels und zog noch mehr Prostitution an.

 

Im Zweiten Weltkrieg wurde der östliche Teil des Viertels durch alliierte Luftangriffe zu einem großen Teil zerstört. Seit dem Jahre 1966 wurden immer wieder Pläne diskutiert, den Stadtteil für den Bau des Alsterzentrums vollständig abzureissen. Erst im Jahre 1973 wurde dieses Großbauprojekt endgültig aufgegeben.

 

In der Nachkriegszeit hatten die niedrigen Mieten den Zuzug vieler Bürger mit einem geringeren Einkommen zur Folge. Die Bevölkerungsstruktur setzte sich überwiegend aus Arbeitslosen, Sozialhilfeempfängern, Studenten, Schülern und Arbeits-Migranten aus Süd- und Südosteuropa, der Türkei und den Mittelmeerländern zusammen.

 

 

In den 1970er Jahren erfolgten umfangreiche Sanierungsarbeiten an den Altbaugebäuden in dem Quartier.

 

Das negative Image von St. Georg wurde über Jahrzehnte hinweg durch Kriminalität, Prostitution, Drogen- und Menschenhandel geprägt.

 

Noch bis zum Ende der 1990er Jahre führte das Quartier ein Schattendasein als ein verarmtes und verwahrlostes Hinterhofviertel.

 

Dies änderte sich mit der Verdrängung der offenen Drogenszene und der Prostitution in die umliegenden Bezirke im Jahre 1998, wodurch es aus seinem jahrzehntelangen Dornröschenschlaf gerissen wurde.

 

Seitdem avancierte es von einem Arbeiter- und Rotlichtviertel zu einer angesagten Einkaufs- und Gastromeile, einem attraktiven Wohngebiet und einem trendigen Amüsierviertel.

 

In den darauffolgenden Jahren setzte hier gerade im Bereich um die Lange Reihe aufgrund von Wohnungs- und Bodenspekulation eine massive Gentrifizierung ein.

 

Viele Immobilien wurden von Spekulanten mit der Absicht aufgekauft, Wohnungen aufwendig zu sanieren und teuer weiter zu vermieten oder Häuser vollständig abzureissen, um Platz für Neubauten mit Eigentumswohnungen zu schaffen oder um die Baugrundstücke teuer weiter zu verkaufen.

 

Durch die Aufwertung der historischen Bausubstanz und steigende Mieten begann in St. Georg eine Verdrängung von vielen alteingesessenen, schlechter verdienenden Anwohnern durch neue, zahlungskräftigere Mieter.

 

Mittlerweile gehört die Lange Reihe zu den Top 50 der Hamburger Straßen mit den teuersten Eigentumswohnungen. Quadratmetermietpreise von 12,00 Euro sind hier heute keine Seltenheit mehr.

 

Dieser schleichende Prozess hatte auch eine Veränderung des Stadtbildes im Bereich der Langen Reihe zur Folge. Waren hier noch bis zum Ende der 1980er Jahre überwiegend kleine Handwerks- und Gewerbebetriebe sowie Eckkneipen ansässig, so siedelten sich seit den 1990er Jahren entlang der Strasse zunehmend Cafes, Bars, Restaurants und Boutiquen an.

 

Heute sind hier zahlreiche Tante Emma-Läden und Einzelhandelsgeschäfte aus den Bereichen Mode und Fashion, Souvenirs und Geschenkartikel, Wohnaccessoires und Einrichtung, Tabak und Zeitschriften und Musik und Unterhaltung vertreten.

 

Die vielen alternativen, inhabergeführten Modeboutiquen in dem Quartier sind eine Fundgrube für Fashion Victims und ein Paradies für Schnäppchenjäger und laden zu ausgedehnten Shoppingtouren ein.

 

In der Langen Reihe und in den umliegenden Seitenstrassen locken trendige Second Hand-Läden mit einer großen Auswahl an hippen und ausgefallenen Klamotten im Retro-Style und im Ethno-Look und mit einem umfangreichen Angebot an Modeaccesoires wie Taschen, Halstüchern, Ledergürteln, Mützen, Hüten, Sonnenbrillen und Schmuck zu günstigen Preisen.

 

Außerdem ist der Stadtteil Geburts- und Wohnort von vielen berühmten Persönlichkeiten und Prominenten.

 

In der Langen Reihe Nr. 71 wurde der deutsche Sänger und Schauspieler Hans Albers (1891 – 1960) geboren. Auch der deutsche Journalist, Schriftsteller und Friedensnobelpreisträger Carl von Ossietzky (1889 – 1938) und die deutsche Sängerin Inga Rumpf wohnten lange in St. Georg. Die deutsche Sängerin Ina Müller besitzt hier eine Eigentumswohnung und die deutsche Sängerin und Schauspielerin Jasmin Wagner wohnt hier seit dem Jahre 2005.

 

Das Viertel hat sich in den letzten Jahrzehnten zur Hochburg und zum Laufsteg der Hamburger Schwulen- und Lesben-Community entwickelt. Jedes Jahre verwandelt sich die Lange Reihe im August während des Christopher Street Day in eine einzige, lange Partymeile, auf der mehrere Tage lang ausgelassen getanzt und gefeiert wird.

 

Update vom 23.06.2017

 

In den Jahren von 2014 bis 2015 wurde die Lange Reihe im Rahmen des Busbeschleunigungsprogramms umgebaut. Die Baumaßnahmen wurden in 2 aufeinanderfolgenden Bauabschnitten vom Landesbetrieb Straßen, Brücken und Gewässer (LSBG) durchgeführt. Die erste Bauphase dauerte von Montag, den 6. Oktober 2014 bis Montag, den 3. November 2014. Die zweite Bauphase dauerte von Montag, den 9. März 2015 bis Sonntag, den 21. Juni 2015.

 

Ziel des Bauvorhabens war eine Optimierung und Beschleunigung der hier verkehrenden Buslinien 37 und 607 und insbesondere der stark belastete Metrobuslinie M6. Durch eine gleichmäßige Auslastung sowie eine Erhöhung der Pünktlichkeit sollte eine Kapazitätssteigerung der Buslinien erreicht werden. Außerdem sollten die Zeitverluste beim Überqueren der Straße minimiert werden. Im Rahmen des Straßenbauprojekts wurden hier die Haltebuchten der Bushaltestellen zurückbaut, neue Lieferhaltebuchten eingerichtet, neue Mittelinseln gebaut, die Fußgängerquerungen neu geordnet und die Ampeln mit Vorrangschaltungen für Busse ausgerüstet.

 

Die Baukosten beliefen sich auf insgesamt 1,16 Millionen Euro.

 

Während der umfangreichen Bauarbeiten kam es aufgrund von Teil- und Vollsperrungen der Langen Reihe zeitweise zu massiven Einschränkungen im Auto- und Busverkehr rund um den Hauptbahnhof und im Stadtteil St. Georg.

 

Um die Verkehrsbehinderungen so gering wie möglich zu halten, wurde der Auto- und Busverkehr vorübergehend umgeleitet. Die Buslinien 6, 37 und 607 wurden in diesem Zeitraum über die Sechslingspforte, den Steindamm, den Kreuzweg und die Adenauerallee umgeleitet und alle Bushaltestellen über Ersatzhaltestellen bedient.

 

Die Bauarbeiten stießen nicht nur bei Anwohnern, sondern auch bei örtlichen Gewerbetreibenden auf heftigen Widerstand und massive Kritik. Ansässige Geschäftsinhaber und Gastronomen beklagten durch die vielen Teil- und Vollsperrungen und Umleitungen einen erheblichen Rückgang der Kundenfrequenz und Umsatzeinbußen von 30 Prozent bis 70 Prozent. Sie befürchteten aufgrund der existenzbedrohenden Situation langfristig eine Reihe von Insolvenzen und forderten eine bessere Beteiligung an den Planungen zur Buschbeschleunigung, wodurch sie eine nachträgliche Anpassung dieser Planungen an ihre Bedürfnisse erreichten.

 

Weiterführende Links:

 

Adresse, Stadtplan Lange Reihe Hamburg

Lange Reihe St. Georg Hamburg Cafe, Restaurant

Lange Reihe St. Georg Hamburg Läden, Geschäfte

Lange Reihe St. Georg Hamburg Kosmetik, Mode

Lange Reihe St. Georg Hamburg Einkaufen, Shopping

Lange Reihe St. Georg Hamburg Clubs, Bars

Lange Reihe St. Georg Hamburg Hotel, Pension

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