Der Grossneumarkt in Hamburg vom Neuen Steinweg aus gesehen. Im Hintergrund sind die Wexstrasse und der Alte Steinweg zu erkennen.

 

Die weitläufige, malerische Piazza und das umliegende gleichnamige Quartier in der nördlichen Neustadt gehören zu den schönsten Ausgeh- und Wohnvierteln in der Hansestadt.

 

Das Quartier erstreckt sich in nördliche Richtung bis hin zum Sievekingplatz. Im Nordosten verläuft es entlang der Kaiser-Wilhelm-Strasse und des Axel-Springer-Platzes und wird im Süden durch die Ludwig-Erhardt-Strasse begrenzt.

 

In nordwestliche und westliche Richtung erstreckt es sich bis hin zum Holstenwall und in östliche Richtung bis hin zur Stadthausbrücke und zur Admiralitätsstrasse auf der Fleetinsel.

 

Eingebettet zwischen den Großen Wallanlagen im Westen und dem Herrengrabenfleet im Osten, liegt das idyllische und beschauliche Grossneumarktviertel abseits der Hektik und des Stresses in den angrenzenden, touristisch überlaufenen Gegenden wie der Reeperbahn.

 

Zu allen Seiten von mächtigen Aussenfassaden aus Klinker und Backstein umgeben, ist es gleichzeitig abgeschirmt vom Strassenlärm des ständigen Berufs- und Durchgangsverkehrs auf dem Holstenwall, der Kaiser-Wilhelm-Strasse und der Ludwig-Erhardt-Strasse.

 

Aufgrund seiner Abgelegenheit hat das Quartier bis heute viel von seinem ursprünglichen, kleinstädtischen Charme erhalten.

 

Der Grossneumarkt in Hamburg ist fast autofrei und stark begrünt. Er wird von seinen Anwohnern und Besuchern als eine Oase der Ruhe geschätzt. Hier kann man dem lauten und hektischen Grosstadtleben in der Elbmetropole jederzeit für einige Stunden entfliehen.

 

Seine Anfänge reichen bis in die erste Hälfte des 17. Jahrhunderts zurück. In den Jahren von 1615 bis 1625 wurden die Hamburger Wallanlagen nach den Plänen des holländischen Ingenieurs Johan van Valckenburgh (1575 – 1625) errichtet.

 

 

Diese modernen Befestigungsanlagen ersetzten den sogenannten Neuen Wall, der seit dem 13. Jahrhundert die Hansestadt als Stadtmauer umgab.

 

Der öffentliche Platz wurde im Zuge der damaligen Erweiterung der Neustadt nach Westen unter dem Namen „Neuer Markt“ angelegt.

 

Da er grösser war als alle anderen Marktplätze in der Altstadt, wurde er ab dem 18. Jahrhundert im Volksmund „Grosser Neumarkt“ genannt. Seit dem Jahre 1899 trägt er die amtliche Bezeichnung „Grossneumarkt“.

 

Er bildet bis heute das Zentrum der Neustadt und gab dem umliegenden Viertel seinen Namen.

 

Das Stadtbild in dem Quartier ist bis heute stark von der Architektur der historischen Gängeviertel geprägt. Diese dicht bebauten Wohnviertel waren in der Altstadt und der Neustadt seit dem 16. Jahrhundert weit verbreitet.

 

Sie bestanden grösstenteils aus mehrfach aufgestockten, sehr eng aneinanderstehenden und baufälligen Fachwerkhäusern und Kellerwohnungen und wurden von einem Labyrinth aus schmalen, verwinkelten und lichtarmen Gassen und Hinterhöfen durchzogen.

 

Die historische Bebauung in dem Quartier überstand den Hamburger Brand im Jahre 1842, den Abriss der Gängeviertel in den Jahren von 1883 bis 1930 und die alliierten Luftangriffe während des Zweiten Weltkrieges nahezu unbeschadet.

 

Am 3. Mai 1833 wurde der berühmte deutsche Komponist Johannes Brahms (1833 – 1897) in einem Fachwerkhaus im Speckgang 24 geboren. Das Haus wurde im Jahre 1921 unter Denkmalschutz gestellt und im Juli 1943 durch einem alliierten Bombenangriff vollkommen zerstört.

 

Heute erinnern ein vom Wedeler Bildhauer Egon Lissow (1926 – 1990) erschaffenes, im Jahre 1971 an der Ecke Speckstrasse und Caffamacherreihe aufgestelltes Denkmal und das im gleichen Jahr eröffnete Johannes-Brahms-Museum in der Peterstrasse 39 an das Leben und Wirken des bekannten deutschen Dirigenten.

 

 

Bis zum Jahre 1933 hatte das Großneumarktviertel einem hohen jüdischen Bevölkerungsanteil.

 

Religiöser Mittelpunkt des jüdischen Lebens war die Synagoge in den Kohlhöfen. Diese wurde im Jahre 1934 von den Nationalsozialisten abgerissen.

 

In den Jahren von 1933 bis 1945 war das Quartier Schauplatz von mehreren grossen Deportationen.

 

In den 1950er Jahren etablierte sich hier eine lebendige Musik- und Clubszene. Seitdem hat sich das Quartier zu einem der angesagtesten und bestbesuchten Ausgehvierteln in der Hansestadt entwickelt und zieht jedes Wochenende hunderte von Nachtschwärmern und Pistengängern an.

 

Im Jahre 1971 bezog der Cotton Club seine heutigen Räumlichkeiten im Alten Steinweg 10. Er wurde bereits im Jahre 1959 eröffnet und ist einer der ältesten, heute immer noch existierenden Live-Musik-Clubs in der Elbmetropole.

 

Der Jazz-Club gehört schon seit 52 Jahren zu den besten Adressen für Freunde des Swing, Bebop, Blues, Hardbop, Dixieland und Ragtime in der Hansestadt.

 

Rund um den Grossneumarkt in Hamburg und in den angrenzenden Strassen wie der Wexstrasse, dem Neuen Steinweg und dem Alten Steinweg hat sich in den letzten Jahrzehnten ausserdem eine innovative Gastronomieszene mit einer Vielzahl an unterschiedlichen Restaurants, Bars, Kneipen, Irish Pubs, Weinstuben und Kellerlokalen entwickelt.

 

Diese laden ein mit einer reichhaltigen internationalen Küche und einem bunten Nachtleben zu ausgedehnten Kneipentouren und zum abendlichen Essengehen in gehobenem und stilvollen Ambiente ein.

 

Eine weitere Attraktion auf dem öffentlichen Platz ist der traditionelle Wochenmarkt, der hier jeden Mittwoch und Samstag in der Zeit von 8:30 Uhr morgens bis 13:30 Uhr mittags stattfindet.

 

Update vom 02.07.2017

 

Wie Eimsbüttel, die Sternschanze und St. Georg, so ist auch der Stadtteil Neustadt in den letzten Jahren nicht von Luxussanierungen, der Umwandlung von Miet- in Eigentumswohnungen, der Verdrängung der angestammten Bewohner und der damit einhergehenden Veränderung der Sozialstruktur verschont geblieben.

 

Nach Angaben der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt (BSU) ist diese Entwicklung auch immer stärker im Quartier Großneumarkt zu beobachten. Dafür sprechen die steigende Anzahl von Anträgen auf Luxusmodernisierungen und Umwandlungen in Eigentumswohnungen und die stark gestiegenen Immobilien- und Neuvermietungspreise. Grund für diesen Trend ist offensichtlich die seit Jahren anhaltende Aufwertung des Quartiers. Die zentrale Lage, die vielfältigen Gastronomieangebote und der hohe Altbaubestand steigern seine Attraktivität für einkommensstarke Haushalte und sorgen für einen immer stärkeren Zuzug von Besserverdienern in die nördliche Neustadt.

 

Aber es gibt einen ersten Hoffnungsschimmer. Schon im Jahre 2015 hat der Hamburger Senat auf diesen Trend reagiert und erste Schritte unternommen, um dieser Entwicklung noch rechtzeitig einen Riegel vorzuschieben.

 

Bereits am Dienstag, den 9. Juni 2015 beschloss der Hamburger Senat, die Voraussetzungen für den Erlass einer sozialen Erhaltungsverordnung für die nördliche Neustadt zu prüfen, um diese als ein gut gemischtes Quartier zu erhalten und um ihre angestammten Bewohner vor Verdrängung zu schützen.

 

Dies verschaffte dem Quartier Großneumarkt erst einmal eine Verschnaufspause. Das zuständige Bezirksamt Hamburg-Mitte konnte während des Untersuchungszeitraumes laufende Anträge auf Luxussanierungen und Abriss oder Nutzungsänderungen von Mietwohnungen für maximal ein Jahr zurückstellen und Umwandlungen von Miet- in Eigentumswohnungen vorläufig untersagen.

 

Eine soziale Erhaltungsverordnung erlaubt dem Bezirksamt bei derartigen Anträgen die Durchführung einer Untersuchung, welche Auswirkungen die beantragten Maßnahmen auf die Sozialstruktur haben würden, und gegebenenfalls die Ablehnung dieser Anträge.

 

Der Erlass einer sozialen Erhaltungsverordnung setzt den wissenschaftlichen Nachweis voraus, dass tatsächlich die Gefahr der Verdrängung von Bewohnern besteht. Im Winter 2015/2016 wurde diesbezüglich eine Befragung der Bewohner des Quartiers Großneumarkt durchgeführt. Auf der Basis der Befragungsergebnisse wurde ein wissenschaftliches Gutachten erstellt, das im Jahre 2016 veröffentlicht und als Grundlage für die Entscheidung über einen künftigen Milieuschutz für die nördliche Neustadt dienen sollte.

 

Weiterführende Links:

 

Adresse, Stadtplan Großneumarkt Hamburg

Grossneumarkt Hamburg Wochenmarkt

Grossneumarkt Hamburg Flohmarkt, Trödelmarkt

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