Der Indra Musikclub von der Großen Freiheit aus gesehen. Er liegt in der Großen Freiheit 64 im Stadtteil St. Pauli.

 

 

Das äußere Erscheinungsbild mit seiner roten Außenfassade und seinem schwarz-goldenen Eingangstor ist zwar eher unscheinbar und wenig spektakulär, allerdings sollte man sich von diesem ersten Eindruck nicht täuschen lassen. Die Location kann heute stolz auf eine jahrzehntelange, bewegte Geschichte als Live-Bühne zurückblicken.

 

Der Club ist schon seit 67 Jahren eine feste Institution und eine lebende Legende in der Nightlife-Szene von Hamburg und damit eine der dienstältesten, heute noch existierenden Locations auf St. Pauli. Mit anderen Worten: er ist ein Stück lebendige Kiez-Geschichte. Die Location hat sich in den letzten 6 Jahrzehnten im regionalen und internationalen Musik- und Showbusiness einen Namen als erstklassiger Live-Musikclub gemacht und genießt bei Musikfans, Nachtschwärmern und Partygängern bis heute einen echten Kultstatus.

 

Der Indra Musikclub wurde an diesem Standort bereits am 11. September 1950 von dem deutschen Unternehmer Bruno Koschmider (1926 – 2000) als Tabledance-Bar eröffnet. Die Location hatte damals ein Fassungsvermögen von 60 Gästen. Koschmider beschloss, sein nächtliches Unterhaltungsprogramm mit Live-Konzerten von englischen Rock´n´Roll-Bands und Beat-Bands zu ergänzen. Mit dieser zusätzlichen Attraktion wollte er seinen Besuchern noch mehr Unterhaltung bieten, ein neues, breiteres Publikum ansprechen und seine Umsätze steigern.

 

Am 17. August 1960 ging der Indra Musikclub als erster Auftrittsort der Beatles in Deutschland in die Musikgeschichte ein. An diesem Tag traten die legendären „Fab Four“ hier zum allerersten Mal live in Deutschland auf – zu diesem Zeitpunkt noch in ihrer ursprünglichen fünfköpfigen Originalbesetzung mit John Lennon, Paul McCartney, George Harrison, Pete Beste und Stuart Sutcliffe. Anfang der 1960er Jahre standen die Pilzköpfe noch ganz am Anfang ihrer internationalen Weltkarriere und waren damals noch völlig unbekannt. Koschmider hatte die Beatles von Allan Williams (1930 – 2016), einem britischen Gastronom, Promoter und Musikmanager, vermittelt bekommen und engagierte die Band für regelmäßige Live-Konzerte in seinem Nachtclub.

 

 

Die Arbeitszeiten waren lang, die Unterkünfte erbärmlich und die Bezahlung schlecht. Die Band musste hier an 7 Tagen in der Woche von 20:30 Uhr abends bis früh morgens live spielen – 4 einstündige Sets an regulären Werktagen, 5 einstündige Sets an Samstagen und 6 einstündige Sets an Sonntagen. Und das alles ohne Pausen. Der Lohn der Mühe: 30 DM pro Person pro Tag. Die Pilzköpfe traten hier insgesamt 48 Mal live auf. Am 3. Oktober 1960 standen die „Fab Four“ hier zum letzten Mal auf der Bühne. Danach wurde die Location aufgrund von Beschwerden der Nachbarn über zunehmende Lärmbelästigung geschlossen.

 

Nach dem kurzen Gastspiel der Beatles begann der Stern des Indra Musikclub zu sinken. In den darauffolgenden Jahren wurde die Location als Tabledance-Bar weitergeführt, konnte aber nicht mehr an ihre früheren Erfolge anknüpfen. Ab dem Jahre 1982 war hier für mehrere Jahre die benachbarte, bislang in der Großen Freiheit 66 gelegene Bar Blockhütte untergebracht. Ihre alten Räumlichkeiten waren kurz zuvor durch einen Brand zerstört worden, so dass das Gebäude aufgrund von Baufälligkeit im Jahre 1982 komplett abgerissen werden musste. Die Blockhütte war an dieser Adresse bis zum Jahre 1994 ansässig und machte sich einen Namen als Country´n´Western-Bar. Ab dem Jahre 1994 standen die Räumlichkeiten in der Großen Freiheit 64 leer.

 

Im Jahre 1998 übernahm der türkische Unternehmer Orhan Sandikci die Räumlichkeiten an dieser geschichtsträchtigen Adresse. Nach aufwendigen Dekorations- und Restaurationsarbeiten wurde die Location unter ihrem alten Namen neu eröffnet und präsentiert sich Besuchern seitdem wieder mit altem Erscheinungsbild: als typisches, alteingesessenes Kiez-Original. Hier wird auf Retro-Look gesetzt. Es wird architektonisch und konzeptuell bewusst versucht, an die alten Glanzzeiten der 1960er Jahre anzuknüpfen und die ruhmreiche Vergangenheit als Live-Musikclub wieder aufleben zu lassen.

 

Heute lockt der Indra Musikclub mit einem urigen, gediegenen Ambiente und einem chilligen, entspannten Flair. Seine gemütliche, familiäre Atmosphäre und sein Nostalgie-Charme sind sein Markenzeichen und sein Alleinstellungsmerkmal, mit dem er sich vom Kommerzialisierungskonzept vieler anderer Locations auf der Reeperbahn eindeutig abhebt. Er erstreckt sich über eine Fläche von insgesamt 70 Quadratmetern, hat eine Kapazität von bis zu 500 Gästen, eine 12 Quadratmeter große Bühne und eine kleine Tanzfläche.

 

Ein besonderes Highlights ist der angeschlossene kleine Biergarten im Außenbereich, die sogenannte „Oase der Großen Freiheit“, der ab Ostern bei gutem Wetter mittwochs bis sonntags ab 15:00 Uhr nachmittags geöffnet ist und wo man sich im Sommer bei Cocktails und ein bisschen Smalltalk unter freiem Himmel ausruhen kann. Dieser ist mit Tischen, Stühlen und großen, weißen Schirmen ausgestattet.

 

Die Location überzeugt durch ein vielseitiges, abwechslungsreiches Veranstaltungs- und Unterhaltungsprogramm mit Live-Konzerten und regelmäßigen Party- und Clubreihen, die die unterschiedlichsten Musikrichtungen abdecken und die für jeden Geschmack, jedes Alter und jeden Geldbeutel genau das Richtige bieten. Hier kann man Retro-Sounds wie Soul, Funk, R´n´B, Alternative, Latin, Jazz, Blues, Independent und Rock ’n‘ Roll genießen – entweder live gespielt oder vom DJ am Plattenteller serviert.

 

Seit seiner Eröffnung hat sich Club in der regionalen und internationalen Musik-Szene als eine gute Adresse für Newcomer-Bands etabliert, die hier vor einem größeren Publikum live auftreten können. Außerdem dient er jedes Jahr im Rahmen des Reeperbahn-Festivals als Auftrittsort für diverse Music-Acts. Jeden Donnerstag wird hier eine Jam Session für Musiker veranstaltet. Im Rahmen dieses Events waren hier u.a. schon die Hamburger Boogie Woogie-Legende Vince Weber und der deutsche Schauspieler Ulrich Tukur zu Gast.

 

Die Location kann auch für private und geschäftliche feierliche Anlässe wie Geburtstage, Hochzeiten, Firmenfeste und Betriebsfeiern gemietet werden.

 

Weiterführende Links:

 

Adresse, Stadtplan Indra Musikclub Hamburg

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