Der Bunker in der Feldstrasse in Hamburg von der Kreuzung Feldstrasse und Marktstrasse aus gesehen. Im Vordergrund ist der Sommerdom auf dem Heiligengeistfeld zu erkennen.

 

Das monumentale Bauwerk beherrscht mit seinen mächtigen, hoch aufragenden Mauern und seinen vier gigantischen, weit hervorragenden Flak-Balkonen die Skyline von St. Pauli wie kaum ein anderes Gebäude in der näheren Umgebung.

 

Die markante Silhouette des sechsstöckigen Hochbunkers ist eines der bekanntesten Wahrzeichen der Hansestadt. Er gehört zu den meistfotografierten Sehenswürdigkeiten in der Elbmetropole.

 

Das Gebäude wurde in den Jahren von 1942 bis 1944 als einer von insgesamt vier Luftabwehr- und Luftschutzbunkern in der Hansestadt unter der offiziellen Bezeichnung Flakturm IV an der Feldstrasse 66 aus Stahl und Beton errichtet.

 

Anlass für den Bau waren die alliierten Luftangriffe auf deutsche Großstädte wie Berlin und Hamburg, mit denen die britische Royal Air Force und die US-amerikanische Air Force in grossem Ausmasse ab September 1940 begannen.

 

Die Bauwerke waren als Flaktürme und Feuerleitzentralen für die Luftraumverteidigung der Elbmetropole und als Luftschutzräume zum Schutz der Zivilbevölkerung konzipiert. Sie wurden nach den Entwürfen des deutschen Architekten Friedrich Tamms (1904 – 1980) gebaut.

 

Diese Bauprojekte standen direkt unter der Leitung des Generalbauinspektors für die Reichshauptstadt Albert Speer (1905 – 1981).

 

Die Realisierung dieser Bauvorhaben erfolgte unter Einsatz von tausenden Straf-, Fremd- und Zwangsarbeitern.

 

Neben seiner burgähnlich anmutenden, wehrhaften Architektur überrascht der Bunker in der Feldstrasse den Betrachter vor allem durch seine wahrhaft gigantischen Ausmasse.

 

Es hat eine Höhe von 39 Metern, eine Länge und eine Breite von 75 Metern und erstreckt sich über eine Fläche von insgesamt 5625 Quadratmetern. Die Wände haben eine Durchmesser von 3,5 Metern. Die Deckenstärke beträgt 5 Meter.

 

Das Gebäude hatte eine Kapazität von bis zu 18.000 Personen, wurde aber bei Luftangriffen von weitaus mehr Zivilisten aufgesucht.

 

 

Er war mit einer eigener Frischluft-, Wasser- und Stromversorgung ausgestattet und verfügte über ein eigenes Krankenhaus.

 

Auf den vier Balkonen waren vier Flugabwehrkanonen des Kalibers 10,5 Millimeter aufgestellt.

 

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges diente der Flakturm zunächst als Notunterkunft für Ausgebombte, Flüchtlinge und Obdachlose. Im Jahre 1946 wurden Fenster in die Wände des Hochbunkers eingebaut.

 

Die Umwandlung in zivilen Wohnraum verhinderte seine geplante Sprengung im Jahre 1947. Ein weiteres Argument, das gegen einen Abbruch des Gebäudes sprach, waren die extrem hohen Abrisskosten von mehr als 50 Millionen Deutschen Mark.

 

Vor ihrem Umzug an ihren heutigen Standort in Lokstedt im Jahre 1967 bezog die Fernsehredaktion des Nordwestdeutschen Rundfunks (NWDR), des heutigen Norddeutschen Rundfunks (NDR), hier in den 1950er Jahren ihre ersten Studios.

 

Am 25. Dezember 1952 wurde von hier aus die erste offizielle Fernsehsendung Deutschlands ausgestrahlt.

 

Während der Zeit des Kalten Krieges wurde das Bauwerk als Luftschutzbunker reaktiviert.

 

Im Jahre 1990 wurde das Gebäude für die Summe von insgesamt 1,6 Millionen Deutschen Mark an ein Hamburger Immobilien- und Grundstücksunternehmen verkauft und aufwendig saniert.

 

Im Rahmen dieser umfangreichen Renovierungsarbeiten wurde das Bauwerk in ein modernes Medienzentrum mit grossflächigen Büro- und Gewerberäumlichkeiten ausgebaut.

 

Seitdem wird es unter dem Namen „Medienbunker“ vor allem von Unternehmen der Medien- und Veranstaltungsbranche genutzt. Heutzutage sind hier u.a. Fotolabore, Künstlergalerien, PR-Firmen und Werbeagenturen untergebracht.

 

Außerdem residieren hier zur Zeit mit dem Übel und Gefährlich und dem Terrace Hill zwei der trendigsten Party-Locations der Hansestadt.

 

Im Jahre 2009 wurde das Gebäude unter Denkmalschutz gestellt.

 

Update vom 11.06.2017

 

Der Bunker in der Feldstraße könnte sich schon bald in einem neuen Look präsentieren – zumindest, wenn es nach dem Willen seines derzeitigen Pächters, dem Hamburger Investor und Unternehmer Thomas Matzen, geht.

 

Dieser hatte im Jahre 1993 für 6 Millionen Deutsche Mark das Erbbaurecht für den Flakturm bis zum Jahre 2053 erworben und plant die Einrichtung eines mehrstöckigen, pyramidenförmigen Dachgartens auf dem Gebäude. Dieser soll über eine um das Bauwerk herumführende Rampe erreichbar sein. Die Idee einer Begrünung des Hochbunkers wurde bereits im Jahre 2013 von Anwohnern angeregt – um das Gebäude für „Urban Gardening“ nutzen zu können.

 

Die Pläne sehen eine Begrünung und eine Aufstockung des denkmalgeschützten Bauwerks vor. Nach den Vorstellungen des Eigentümers soll das Gebäude um einen fünfstöckigen, 20 Meter hohen Aufbau auf eine Höhe von 60 Meter erhöht werden, der nicht nur eine 1 Hektar große Grünfläche für einen öffentlichen Stadtgarten mit Bäumen, Beeten und Blumen, sondern auch ausreichend Platz für zusätzliche Einrichtungen bietet. Dazu gehören u.a. eine Sporthalle, Hotel- und Gästeräume, Künstlerwohnungen, ein Fitnessclub, Räume für die Stadtteilkultur und für Gastronomie, ein Amphitheater und ein Musikclub. 80 Prozent des Aufbaus sollen dauerhaft begrünt sein.

 

Die Umgestaltung des Bunkers, die unter Anwohnern, Historikern und Denkmalschützern stark umstritten ist, ist ein privat finanziertes Bauprojekt und würde nicht durch Steuergelder finanziert. Seine Kosten werden von Thomas Matzen auf 25 bis 30 Millionen Euro geschätzt. Die Bauzeit soll 16 bis 18 Monate betragen.

 

Und diese Vision könnte schon bald Realität werden: die Bezirksversammlung Hamburg-Mitte und das Denkmalschutzamt haben den Bauplänen schon zugestimmt und das zuständige Bezirksamt Hamburg-Mitte hat bereits die Baugenehmigung für das Vorhaben erteilt. Jetzt muss nur noch die Hamburgische Bürgerschaft grünes Licht für den Umbau des Hochbunkers geben – und das gilt als wahrscheinlich. Eine Entscheidung soll noch vor der parlamentarischen Sommerpause 2017 fallen.

 

Weiterführende Links:

 

Adresse, Stadtplan Flakbunker IV Feldstraße Hamburg

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