Das Chilehaus in Hamburg von der Willy-Brandt-Strasse aus gesehen. Im Vordergrund sind von links nach rechts die Strassen Klingberg, Messberg und Pumpen zu erkennen.

 

 

Das monumentale Büro- und Kontorhaus steht in der Fischertwiete 2 im südlichen Teil der Altstadt. Es wurde in Form eines Schiffes konzipiert.

 

Wie die St. Michaelis Kirche, so zählt auch dieses Gebäude zu den bekanntesten und meistfotografierten Wahrzeichen der Hansestadt und ist auf vielen Postkarten der Elbmetropole abgebildet.

 

Seine weithin sichtbare, hoch aufragende und geschwungene Aussenfassade aus dunkelrotem Klinker mit ihren Staffelgeschossen in den oberen Stockwerken prägt das Stadtbild am Deichtorplatz wie kaum ein anderes Bauwerk in der näheren Umgebung.

 

Ein charakteristisches architektonisches Merkmal des Gebäudes ist seine spitz zulaufende, an einen Schiffsbug erinnernde östliche Ecke.

 

Den besten Blick darauf hat man von der Kreuzung Pumpen und Burchardstraße. Von hier aus gesehen vermittelt das Chilehaus in Hamburg den Eindruck eines Schiffes in voller Fahrt, das den Verkehr zu zerteilen scheint.

 

Der Gebäudekomplex liegt im historischen Kontorhausviertel in der südlichen Altstadt.

 

Das Quartier wird vom Strassenzug Willy-Brandt-Strasse, Klingberg, Meßberg, Depenau, Niedernstrasse, Kattrepel, Steinstrasse, Johanniswall und Deichtorplatz begrenzt.

 

Es wurde im frühen 20. Jahrhundert während der Sanierung der Altstadt unter Leitung des deutschen Architekten und Oberbaudirektors Fritz Schumacher (1869 – 1947)) errichtet, um den wachsenden Bedarf an Büroräumen in der Innenstadt zu decken.

 

 

Neben dem Chilehaus in Hamburg umfasst es auch noch viele weitere Kontor- und Bürohäuser wie den Sprinkenhof, den Meßberghof, das Miramarhaus, den Montanhof, das Hubertushaus, das Bartholomayhaus, das Wohnhaus Mohlenhof und den Altstädter Hof.

 

Der gewaltige Gebäudekomplex gehört zu den schönsten Beispielen des norddeutschen Backstein-Expressionismus und galt als eines der architektonisch modernsten und einflussreichsten Bauwerke seiner Zeit.

 

Der norddeutsche Klinker-Expressionismus war während der Sanierung der Altstadt im frühen 20. Jahrhundert der vorherrschende Baustil der Büro- und Kontorhäuser zwischen dem Steintorwall und dem Rathausmarkt.

 

Das Chilehaus in Hamburg wurde in den Jahren von 1922 bis 1924 nach den Plänen des deutschen Architekten Fritz Höger (1877 – 1949) gebaut.

 

Das Kontorhaus ist sein bedeutendstes architektonisches Werk. Es war seinerzeit eines der ersten Hochhäuser in der Hansestadt und galt damals als das größte Bürogebäude Deutschlands.

 

Die Baukosten beliefen sich damals auf 10 Millionen Reichsmark.

 

Bauherr war der deutsche Unternehmer und Bankier Henry Brarens Sloman (1848 – 1931)

 

Fritz Höger hatte sich bereits mit dem Bau des Rappolthauses in der Mönckebergstrasse 11 in den Jahren von 1911 bis 1912 und des Klöpperhauses in der Mönckebergstrasse 3 im Jahre 1913 einen Namen gemacht.

 

 

Außerdem errichtete er zusammen mit den beiden deutschen Architekten Hans Gerson (1881 – 1931) und Oskar Gerson (1886 – 1966) in den Jahren von 1927 bis 1943 auch den Sprinkenhof in der Burchardstrasse 8.

 

Fritz Höger hatte sich mit seinem Konzept für die Bebauung des Grundstückes im Jahre 1922 in einem von Henry Brarens Sloman ausgeschriebenen Architekturwettbewerb gegen die Pläne seiner Konkurrenz durchgesetzt.

 

Das Chilehaus in Hamburg wurde in der damals noch neuen Stahlbetonskelettbauweise gebaut. Dabei wurde zuerst das Stahlbetongerüst des Bauwerkes errichtet. Anschliessend wurden dazwischen die Innen- und Aussenwände des Gebäudes gemauert. Zuletzt wurde die Außenfassade mit Ziegeln verkleidet.

 

Das Baugelände hatte ursprünglich eine Fläche von 5.950 Quadratmetern. Es war noch weit bis in das 19. Jahrhundert hinein Teil des Gängeviertels und im Jahre 1868 noch mit 69 Gebäuden bebaut.

 

Die Stadt Hamburg erwarb das Grundstück im Jahre 1913. Henry Brarens Sloman kaufte das Baugelände im Oktober 1921.

 

Das Chilehaus in Hamburg erstreckt sich über eine Bruttogeschossfläche von 36.000 Quadratmetern und über10 Etagen mit insgesamt 2.800 Fenstern. Der Gebäudekomplex umfasst drei große Innenhöfe.

 

Während der Umsetzung des gigantischen Bauprojektes wurde die unvorstellbare Menge von 4.800.000 Backsteinen, 750 Güterwagen Zement und 3,5 Kilometer Dachrinnen verbaut. Für den Bau wurden Bockhorner Klinker verwendet.

 

Aufgrund der geographischen Nähe des Grundstückes zur Elbe war dessen Boden feucht und weich und daher schlecht zum Bau geeignet. Das Baugelände stellte die Architekten bezüglich seiner Tragfähigkeit somit vor gewaltige Probleme.

 

Vor Beginn der Bauarbeiten wurden im Fundament 16 Meter lange Eisenbetonpfähle versenkt, um den Untergrund zu verdichten und dessen Tragfähigkeit zu erhöhen und um damit ein Absinken des Gebäudes zu verhindern

 

Außerdem wurde der Keller mit einer speziellen Abdichtung vor Wassereinbruch geschützt.

 

Die prunkvollen, kunstvoll gestalteten keramischen Plastiken an der Aussenfassade, in den Foyers und in den Treppenhäusern stammen zum größten Teil vom deutschen Bildhauer Richard Emil Kuöhl (1880 – 1961).

 

Bei der Namensgebung für das Kontorhaus ließ sich Henry Brarens Sloman von seiner 32-jährigen Tätigkeit als Importeur und Händler mit Salpeter aus Minen in Chile inspirieren.

 

Im Jahre 1983 wurde das Chilehaus in Hamburg unter Denkmalschutz gestellt. Außerdem laufen zur Zeit Vorbereitungen für eine Antragstellung, um das historische Kontorhausviertel und die Speicherstadt im Jahre 2014 in die UNESCO-Weltkulturerbeliste aufzunehmen.

 

Der Gebäudekomplex verfügt über eine Einzelhandelsfläche und eine Lagerfläche von 5.200 Quadratmetern und über eine Bürofläche von 25.000 Quadratmetern.

 

Heute sind im hier eine Vielzahl von Einzelhandelsgeschäften, Cafes und Restaurants angesiedelt. Dazu gehören u.a. eine Cocktailbar, ein Geschenke- und Einrichtungsladen, ein Reisebüro, ein Zigarrengeschäft, eine Fotogalerie, ein Tabak- und Zeitschriftenladen, eine Bankfiliale, ein Jagd- und Wandergeschäft und eine Sprachschule.

 

Der prominenteste Mieter dürfte wohl der deutsche Starkoch Christian Rach sein, der hier sein Restaurant Slowman betreibt.

 

Weiterführende Links:

 

Adresse, Stadtplan Chilehaus Hamburg

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