Der Isebekkanal in Hamburg von der Klosteralleebrücke in Eimsbüttel aus gesehen. Im Hintergrund ist von links nach rechts die wasserseitige Etagenhausbebauung in der Hegestrasse und in der Isestrasse zu erkennen.

 

 

Mit einer Länge von 3 Kilometern ist das Gewässer einer der längeren der insgesamt 23 Alsterkanäle in der Hansestadt.

 

Er beginnt am Weidenstieg in Eimsbüttel und erstreckt sich in nordöstliche Richtung bis zur Kreuzung Maria-Louisen-Strasse und Heilwigstrasse in Winterhude, wo er in den Unterlauf der Alster mündet.

 

Der Kanal ist aus der Isebek hervorgegangen, einem heute nicht mehr vorhandenen Zufluss der Alster. Dieser entsprang früher im Diebsteich in Bahrenfeld. Die Strassennamen Isebekstrasse und Isebekstieg in Altona-Nord erinnern noch heute an die einstige Quelle und den früheren Verlauf des Flusses.

 

Im 14. Jahrhundert wurde er als Landwehr genutzt, d.h. als Grenzmarkierungs- und Grenzsicherungsanlage.

 

Im Jahre 1633 wurde der Fluss teilweise reguliert und in den Jahren 1646 und 1663 erstmalig kanalisiert, wobei er von einem Fliessgewässer zu einem stehenden Gewässer wurde.

 

Sein heutiges Erscheinungsbild geht auf einen weitere Regulierung in den Jahren von 1873 bis 1884 zurück. In Jahren 1883 und 1884 wurde er auf seiner vollständigen Länge zum Kanal ausgebaut.

 

Ziel dieser Umgestaltung war die Nutzung des Gewässers als Transportweg für Baumaterialien, die in den angrenzenden Stadtteilen Eimsbüttel, Hoheluft, Harvestehude und Eppendorf während des Baubooms der Gründerzeit dringend benötigt wurden.

 

Im Jahre 1883 wurde hier ausserdem ein Stammsiel für die Ableitung von Regen- und Abwasser installiert.

 

Im Jahre 1912 wurde der Oberlauf des Isebek Kanal nahe dem Diebsteich in Bahrenfeld zugeschüttet, der zu diesem Zeitpunkt schon lange überbaut und im Gelände nicht mehr sichtbar war. Seitdem beginnt und endet das Gewässer am Weidenstieg.

 

In den 1960er Jahren wurden Pläne diskutiert, den Kanal zuzubetonieren und die dadurch entstandene Trasse als Stadtautobahn zu nutzen. Diese städtebauliche Konzept traf aber auf den erbitterten Widerstand von Anwohnern und örtlichen Bürgerinitiativen und wurde in den 1970er Jahren von der Stadt Hamburg verworfen.

 

 

Die Regulierung des Flusses hatte katastrophale Folgen für dessen Ökologie. Durch die Umwandlung in ein stehendes Gewässer wurde die Strömung so schwach, daß der Kanal nicht mehr mit sauerstoffreichem Frischwasser aus dem Diebsteich versorgt werden.

 

Aufgrund des häufigen Überlaufens der Siele bei Platzregen im Sommer ergossen sich ausserdem oftmals ungereinigte Abwässer in den Kanal, was zu einer Überbelastung des Gewässers mit Nährstoffen führte.

 

Dadurch kam es hier in den Sommermonaten regelmässig zu einem akuten Sauerstoffmangel und zu einem massenhaften Fischsterben.

 

Aus diesem Grund führte die Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt (BSU) umfangreiche Massnahmen für eine Erhöhung des Sauerstoffgehaltes und für eine Verbesserung der Wasserqualität im Isebekkanal durch.

 

Im Jahre 1988 wurde im Mansteinpark eine Sauerstoffbelüftungsanlage installiert und zwei Kilometer lange Unterwasserrohre verlegt, durch die das Gewässer bei Bedarf künstlich mit Sauerstoff angereichert wird. Die jährlichen Betriebskosten belaufen sich auf 30.000 bis 40.000 Euro.

 

Außerdem wurde im Jahre 1998 am Lehmweg ein Mischwasserrückhaltebecken errichtet, das das Überlaufen von Abwässern in den Kanal bei Platzregen im Sommer deutlich reduziert hat. Die Baukosten betrugen 30 Millionen Euro.

 

Das Gewässer hat eine durchschnittliche Breite von 20 Metern und eine maximale Tiefe von bis zu 2 Metern. Es ist auf seiner gesamten Länge zu beiden Seiten fast vollständig von weitläufigen öffentlichen Parks umgeben.

 

Diese haben einen dichten Baumbestand und sind von einem weitverzweigten und sehr gut ausgebauten Netz von Fahrrad- und Wanderwegen durchzogen.

 

Die umliegenden Grünanlagen sind ein wichtiges urbanes, intensiv genutztes Naherholungsgebiet mit einen sehr hohen Freizeit- und Erholungswert. Sie sind ein bevorzugtes Ziel für Spaziergänger und Hobbysportler wie Fahrradfahrer und Jogger, die hier vor allem in den Sommermonaten abends ihre Runden drehen.

 

Diese Naherholungsgebiete geben dem Gewässer eine hohe Lebensqualität und verleihen ihm eine malerische, romantische Kulisse.

 

Sie werden von den Anwohnern als eine Oase der Ruhe geschätzt, in der man dem Stress und der Hektik des Großstadtlebens für eine kurze Zeit entfliehen und einfach einmal abschalten kann.

 

Der Kanal ist auch ein beliebtes Wassersportrevier bei Kajak-, Kanu- und Tretbootfahrern und Ruderern.

 

Update vom 12.07.2017

 

Das wurde aber auch Zeit! Am Montag, den 9. Januar 2017 begann endlich die viel diskutierte und lange geforderte Sanierung des Isebekparks. Hintergrund: schon seit Jahren häufen sich die Beschwerden von Bürgern über den erbärmlichen Zustand der öffentlichen Grün- und Naherholungsanlage beim zuständigen Bezirksamt Hamburg-Eimsbüttel.

 

Der Grünzug entlang des Isebekkanals ist viel zu lange vernachlässigt und nicht gepflegt worden und gibt ein trostloses Bild ab. Er bietet ein wenig attraktives äußeres Erscheinungsbild und lädt nicht gerade zum Joggen, Spazierengehen und Verweilen ein.

 

Die Geh- und Radwege verfallen. Die Fußgängerwege werden bei Regen regelmäßig überschwemmt und verwandeln sich dann in ein Schlammbad mit tiefen Pfützen und Matschlöchern, in denen man sich nur noch nasse Füße holt. Aber diese Probleme gehören jetzt ein für alle Mal der Vergangenheit an.

 

Die umfangreichen Instandsetzungsarbeiten werden in 3 unterschiedlichen, aufeinanderfolgenden Bauabschnitten durchgeführt. Während der ersten Bauphase, die von Mitte Januar 2017 bis Ende März 2017 dauerte, wurde der Abschnitt zwischen Weidestieg und Bundesstraße instandgesetzt. Während der zweiten Bauphase, die von Anfang April 2017 bis Mai 2017 dauerte, erfolgte die Sanierung des Abschnitts zwischen Bundesstraße und Bogenstraße. Im Rahmen der dritten Bauphase, die im Mai 2017 begann und im Oktober 2017 abgeschlossen werden soll, wird der Abschnitt zwischen Bogenstraße und Hoheluftchaussee instandgesetzt. Während der Bauarbeiten ist jeder Abschnitt für den Fahrrad- und Fußgängerverkehr komplett gesperrt.

 

Die Baukosten belaufen sich auf insgesamt 1 Million Euro.

 

Die Sanierungsmaßnahmen umfassen u.a. eine Instandsetzung der Geh- und Radwege. Ein Schotterstraßensubstrat mit Gefälle zum Isebekkanal soll die Trockenlegung der Fußgängerwege gewährleisten. Die Radwege aus rotem Pflaster bleiben erhalten, werden aber neu verlegt.

 

Außerdem werden in der Grünanlage neue Parkbänke und neue Spielgeräte für Kinder aufgestellt.

 

Darüberhinaus wird der bislang privat genutzte Bootssteg an der Mansteinbrücke saniert und für die öffentliche Nutzung freigegeben. Allerdings darf der Böschungsbereich des Kanals auch weiterhin nicht für das Ablegen von Kajaks und kleineren Booten genutzt werden.

 

Ein Schwerpunkt liegt auf der Renaturierung und der ökologischen Aufwertung der Parkanlage. So wird hier u.a. eine Langgraswiese angelegt, die nur einmal im Jahr gemäht wird und vielen verschiedenen Tierarten einen Lebensraum bietet. Die Liegewiese zwischen der Heymannstraße und der Bogenstraße bleibt erhalten. Geh- und Radwege werden durch eine Hecke voneinander getrennt, die Hunde und Kinder davon abhalten soll, auf die Fahrradwege zu laufen. Entlang des Kaiser-Friedrich-Ufers und im Bereich des Spiel- und Sportplatzes zwischen der Bundesstraße und der Bogenstraße werden neue Bäume, Waldstauden und Sträucher gepflanzt, die als Lärm- und Sichtschutz dienen sollen. Während der Bauarbeiten soll kein einziger Baum gefällt werden.

 

Am Wendehammer an der Hoheluftbrücke wird eine Bike-and-Ride-Station mit bis zu 400 Stellplätzen errichtet.

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