Das Kindertransport-Denkmal in Hamburg vom Dammtorbahnhof aus gesehen. Im Hintergrund ist die öffentliche Grünanlage Planten und Blomen zu sehen. Die Statue steht auf dem Dag-Hammarskjöld-Platz vor dem Südausgang des Bahnhofs in der Neustadt.
Die Bronzeskulptur „Kindertransport – Der letzte Abschied – The Final Parting“ wurde im Jahre 2015 von den beiden renommierten israelischen Bildhauern Frank Meisler und Arie Ovadia geschaffen. Sie wurde vollständig aus Spenden finanziert und im Mai 2015 vom damaligen Ersten Bürgermeister Olaf Scholz an seinem heutigen Standort eingeweiht.
Die Skulpturengruppe in Lebensgröße umfasst insgesamt sechs Kinder und eine junge Frau und stellt den Abschied von zwei Kindern an einem Gleis dar, während die junge Frau und die vier anderen Kinder zurückbleiben.
Das Kunstwerk erinnert an die Kindertransporte deutscher jüdischer Kinder nach England im Dritten Reich. Mit diesen Rettungsaktionen wurden sie vor der Verfolgung und Ermordung durch die Nationalsozialisten in Sicherheit gebracht.
Außerdem wird mit der Plastik auch der deutschen jüdischen Kinder gedacht, die im Dritten Reich von den Nationalsozialisten mit Zügen der Deutschen Reichsbahn in Konzentrationslager deportiert wurden. Die jüdischen Eltern dieser Kinder blieben zurück.
Die Kindertransporte wurden vom 30. November 1938 bis zum 1. September 1939 durchgeführt. Neben Berlin und Frankfurt am Main war Hamburg eines der Drehkreuze für die Kindertransporte. Mit diesen Rettungsaktionen konnten 12.500 jüdische Kinder und Jugendliche bis 17 Jahre aus Deutschland nach England evakuiert werden und überlebten.
Die Transporte erfolgten von Hamburg aus entweder mit dem Zug nach Rotterdam und von dort aus mit dem Schiff nach England oder mit einem Schiff nach England. In England wurden die jüdischen Kinder und Jugendlichen bei Gastfamilien oder in Heimen untergebracht. In der Hansestadt war unter anderem der Dammtorbahnhof Ausgangspunkt für die Transporte.
Aus Hamburg wurden 1000 Kinder nach England evakuiert. Darunter befanden sich auch 500 Kinder aus verschiedenen norddeutschen Städten wie Hamburg, Kiel, Jever, Bremen, Schwerin und Wismar im Alter von drei Monaten bis 17 Jahren. Die Nationalsozialisten deportierten und ermordeten in Europa insgesamt 1,5 Millionen jüdische Kinder.
Die Skulpturengruppe ist Teil einer insgesamt fünfteiligen Serie von ähnlichen Kindertransport-Denkmälern des israelischen Bildhauers Frank Meisler, die in verschiedenen europäischen Hauptstädten bewundert werden können. Dazu gehören u.a. die Statuen „Die Ankunft“ in London, „Die Abfahrt” in Danzig, „Züge in das Leben, Züge in den Tod” in Berlin und „Kanalüberquerung ins Leben” in Rotterdam.
Während der umfangreichen dreijährigen Sanierung des Dammtorbahnhofs in den Jahren von 2019 bis 2022 wurde die Plastik in die angrenzende öffentliche Parkanlage Planten und Blomen ausgelagert. Nach der Wiedereröffnung des neu gestalteten Bahnhofs wurde das Kunstwerk im Mai 2022 an seinem aktuellen Standort auf dem Dag-Hammarskjöld-Platz erneut eingeweiht.
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